Die Junghacker des Nordens

Drei Tage lang, vom 18. – 20. September 2015 im Gaußhof in Hamburg, fand Jugend Hackt Nord statt. Ich hatte das Privileg dort als Mentor dabei sein zu dürfen.

Was ist Jugend Hackt überhaupt?

Jugend Hackt ist ein Hackathon für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Hackathon setzt sich aus Hacken (im Sinne von Programmieren / Basteln) und Marathon zusammen. Dieses Event ist in diesem Jahr erstmals in die Regionen “Nord”, “Süd”, “West” und “Ost” aufgeteilt und wird von der Open Knowledge Foundation veranstaltet. Ziel ist, dass junge Progammiertalente zusammenkommen, sich vernetzen und in Gruppen über das Wochenende coole Soft- und Hardwareprojekte entwickeln. Ganz getreu dem Motto der Veranstaltung: “Mit Code die Welt verbessern.”

Begleitet werden die Jugendlichen dabei von sogenannten Mentoren. Das sind Erwachsene mit technischen und organisatorischen Fähigkeiten, die die Teilnehmer anleiten, bei Fragen weiterhelfen und dafür sorgen, dass jeder integriert ist und Spaß hat. Ich war als einer dieser Mentoren dabei.

Die Projekte

Ich selbst war das erste mal bei Jugend Hackt dabei und es war auch mein erster Hackathon. Ich muss sagen, dass ich noch immer total geflasht bin, was die Jugendlichen da geleistet haben!

Anfangs hatte ich Sorge, dass man überhaupt erstmal auf Ideen kommen muss. Es werden nämlich nur grobe Themengebiete vorgegeben. Was die Jugendlichen daraus machen ist ihnen überlassen. Stellt sich raus: Das war das kleinste Problem. Im Gegenteil: Die Kids haben das Haus mit kreativen Ideen nur so gerockt!

Einige Kids @work bei Jugend Hackt Nord 2015

Einige Kids @work bei Jugend Hackt Nord 2015

Es gab Ideen wie das Projekt “Moin Refugees”. Das ist eine App, die Helfer und Flüchtlinge zusammenbringen soll. Als Flüchtling wird einem gezeigt, wo die nächsten Stellen sind, wohin man sich wenden kann und mann kann Helfer informieren, wo man gerade hin unterwegs ist. Als Helfer kann man sehen, wo Hilfe gerade am Dringensten benötigt wird. Weitere Funktionen sind die Möglichkeit zu spenden, Facebook / Twitterintegration und die Möglichkeit den Notruf zu wählen und im akuten Bedarfsfall Hilfe von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst zu erhalten.

Ein cooles interdisziplinäres Projekt war das Anti-Cheat System. Eine Hardwarelösung, mit einem Raspberry Pi Minicomputer, der das Schummeln auf E-Sport Tunieren verhindern soll. Die Idee ist, dass das Gerät bei Turnieren zwischen Maus und Computer sitzt, und sich für den Computer als Maus ausgibt. Der Computer meldet die im Spiel ausgeführten Mausbewegungen an den Raspberry Pi zurück. Betrügt der Spieler, indem er z.B. einen sogenannten Aimbot einsetzt (Programm, was automatisch auf Gegner zielt),  dann weicht die Mausbewegung mit der im Spiel ausgeführten Aktion ab und der Betrüger ist entlarvt.

Das Projekt, welches ich zusammen mit den Mentoren Knut und Ludwig betreut habe, was Schoolnet. Dabei geht es darum, eine open source Lernplattform zu entwickeln, auf der Lehrer ihren Schülern Aufgaben zukommen lassen können und die Schüler diese innerhalb einer Frist lösen müssen. Weitere Features sind Dinge wie ein Vertretungsplan. Angedacht waren auch noch Ideen wie Raumplanung und der Stundenplan. Das ganze soll eine Alternative zur proprietären iServ Lösung sein,  die eine ähnliche Zielsetzung hat. Jedoch ist diese wohl enorm teuer, nicht open source und sieht, sehr diplomatisch ausgedrückt, “nicht mehr ganz Zeitgemäß” aus.

Zara und Aurelius aus dem Orga-Team

Zara und Aurelius aus dem Orga-Team

Darüber hinaus gab es noch viel mehr. Eine Übersicht, was genau alles da am Start war, findet sich aktuell auf Hackdash. Unbedingt reinschauen! Ausnahmslos jedes einzelne dieser Projekte ist Saucool und ich könnte zu jedem Stundenlang erzählen, was ich daran so klasse finde, aber die Aufmerksamkeitspanne eines Leser ist endlich und ich würde den Rahmen sprengen.

Geil war’s!

Die Überschrift sagt alles. Das war die coolste Veranstaltung, die ich bislang je besucht habe. Ich habe an dem Wochenende so viele talentierte junge Köpfe kennengelernt und wir haben voneinander eine Menge lernen können. Im nächsten Jahr will ich unbedingt wieder dabei sein. Es ist angedacht, dass auf dem 32C3 etwas für die Junghacker vor Ort zu machen. Nichts genaues weiß man jetzt noch nicht, aber ich will da unbedingt auch mitmachen 🙂

Grüße gehen an dieser Stelle noch an die Jungs von Schoolnet. Sowohl Frontend, als auch Backend. Insbesondere an den Head of Template =P. Aber auch an alle anderen Teilnehmer(innen), Mentoren(innen) und die Orga: Ihr wart alle spitze! Danke für das tolle Event!